Tiefes Haus
Zusammenarbeit mit Henning Grahn Architektur
Das langgestreckte Gebäude auf dem schmalen und tiefen Grundstück integriert Bestandswände des ursprünglichen Wohnhauses. Im inneren sind Wand, Boden und Decke und Treppen in Beton gehalten. Leuchtkörper und Vorhangschienen werden in der Decke eingelassen. Im Kontrast zum Beton stehen die filigranen, raumhohen Fensterelemente der Pfosten-Riegel-Konstruktion aus Eiche. Verschiedene Höhenversprünge und eine zweigeschossige Halle mit Verbindungssteg sorgen für eine erlebnisreiche Raumerfahrung. Die äussere, homogene Hülle aus dunkelen Klinkerriemchen fasst die unterschiedlichen Fensterformate und Kubaturen optisch zusammen.
Die Materialien sind so gewählt, dass sie würdevoll altern und dauerhaft bestehen. Maler-, Bodenbelags- oder Putzarbeiten werden dadurch langfristig kaum erforderlich sein – ein Haus für die Ewigkeit.
Die Massivität des Inneren wird durch großzügige Verglasungen aufgebrochen. Sie lassen viel Licht ins Haus und schaffen einen intensiven Bezug zum umgebenden Grün. Der offene Raum wird durch Höhenversprünge, die dem natürlichen Geländeverlauf folgen, in unterschiedliche Funktionsbereiche zoniert.
Wände, die nicht in Beton ausgeführt sind, etwa Installationswände, erhielten einen Lehmputz; in den Nassbereichen wurden mineralische, fugenlose Schlämmen verwendet. So entsteht trotz der vermeintlich kühlen Materialien eine warme, ruhige und wohnliche Atmosphäre.
Auch energetisch ist das Gebäude konsequent gedacht. Der Jahresenergiebedarf liegt deutlich unter den gesetzlichen Vorgaben. Die Versorgung von Heizung und Warmwasser erfolgt über eine Brennstoffzelle, während eine großflächige Photovoltaikanlage auf dem Flachdach die Stromerzeugung übernimmt. Die massiven Betonbauteile wirken als effizienter Wärmespeicher und sorgen für ausgeglichene Oberflächentemperaturen. Die Fußbodenheizung gibt ihre Wärme direkt über den Terrazzoestrich ab und ermöglicht so eine gleichmäßige, angenehme Fußwärme im gesamten Haus.
Veröffentlichungen
2026 architecture lab
2026 area
2026 the radical project
2024 archdaily
2024 designboom
2024 archilovers
df
Architekturfotografie